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Spitalkirche



Spitalkirche

 

Bei dem 1492 von der Bürgerschaft gegründeten Heilig-Geist-Spital entstand ab 1493 die Spitalkirche. Sie nimmt den westlichen Trakt des einstmals vierseiten Komplexes ein. Daraus erklären sich zwei Besonderheiten der Architektur. Die Kirche ist nicht geostet, sondern nach Süden gerichtet. Sie formiert eine "reduzierte Halle" mit nur einem Seitenschiff links (östlich); ein rechtes konnte wegen der vorbeiführenden Straße nicht angebracht werden. Hier ist der ehemals kielbogig umrahmte Eingang zugesetzt. Außen, oberhalb daneben brachte Kurt Porzki 1956 das Wandbild "Magdalena Lengfelder (die erste potente Zustifterin) übergibt der Hl. Dreifaltigkeit das Spital" an. Die ungegliederten Außenwände durchbrechen nur am Chor einfache Fenster. Der neue Zugang wurde an der Rückseite vom Stadtplatz her angelegt. Auf dem Kirchendach befindet sich der Dachreiter von 1723 mit einer Zwiebelkuppel.

Im malerischen Innenraum trennen Scheidbögen auf Rechteckpfeilern das schmale Seitenschiff links ab. Über allen Raumteilen breiten sich kraftvolle Rippengwölbe aus. Die Rippen stützen sich im Langhaus auf Dienste vor Wandvorlagen. Im Seitenschiff entspringen sie unvermittelt der Wand. Den Übergang zum breiten, jedoch kurzen Chor vermittelt ein weit gespannter Chorbogen. An der östlichen Innenwand des Seitenschiffes erkennt man Reste einer gotischen Weiheinschrift. Die alte Empore ist noch heute durch einen schmalen, spitzbogigen Durchgang vom Obergeschoss des Spitalsgebäudes her zu betreten. Den Vorraum darunter schließt ein schönes Eisengitter von 1709 ab.

Von einer Barock-Ausstattung haben sich nur zwei Bilder in Öl auf Leinwand, die hl. Donatus und Benno darstellend, erhalten.

1843 mussten eine Rokoko-Ausstattung eine Renaissance-Kanzel von 1619 einer neuen Einrichtung weichen. Akademie-Professor Johannes A. Engelhardt (1801-1858), München empfahl zwei seiner Schüler: für die vorhandenen Evangelisten Johann Endres und für die Gruppe Krönung Mariens Johann Petz. Die Gestaltung des Zelebrationsbereiches anstelle eines entfernten neugotischen Altares geht auf Kurz Porzki, 1951/56, zurück. Ein sehr beachtenswertes Stück ist die 1498 ausgeführte Deckplatte zur Tumba für die große Gönnerin des Spitals, Magdalena Lengfelder; die hervorragende Steinmetzarbeit ist seit 1723 in die rechte Chorwand eingelassen. Davor am Chorbogen fand die Statue des hl. Johann Nepomuk, welche Johann Wenzeslaus Jorhan aus Griesbach (1695-1752) für eine nahe Brückenkapelle 1731 geschnitzt hatte, ihren Platz.

Seit 1611 befand sich auf der Empore ein Regal (harmoniumartiges Instrument), das im 18. Jh. von einer Kleinorgel abgelöst wurde. 1867 lieferte der Eggenfeldener Orgelmacher Georg Schmid eine Orgel, die 1924 entfernt wurde.

Die Gedächtnisplatte an der westlichen Langhauswand aus dem frühen 19. Jh. stammt von Anton Gäßler. Das Todesdatum für Lengfelder wird darauf mit "Andreastag" falsch interpretiert; richtig ist "Montag nach St. Adrianstag 1498".